Das sind die wichtigsten Smart Home Standards

Ein Smart Home vernetzt Hausgeräte, Beleuchtung und Co. Doch anders als bei Computern und Smartphones sprechen längst nicht alle Devices dieselbe Sprache. Während Sprachassistenten etwa über WiFi funken, arbeiten smarte Lampen oft mit ZigBee. All-in-One-Systeme setzen darüber hinaus oft eigene Funkprotokolle ein, mit denen nur die herstellereigenen Komponenten auch etwas anfangen können.

Als Smart Home Bewohner stellt man sich also früher oder später die Frage: Welcher Smart Home Standard ist der richtige für mich? Um sie besser vergleichen zu können, haben wir deshalb die wichtigsten Smart Home Standards unter die Lupe genommen.

Bluetooth LE

Fast jedes moderne Smartphone und Tablet kann heutzutage Bluetooth LE (Low Energy). Das nutzen auch Smart Home Hersteller und bieten entsprechende Smart Home Geräte an. Ein prominentes Beispiel für Bluetooth LE im Smart Home ist Apple HomeKit. Die Devices lassen sich in Bluetooth-Reichweite per iPhone und iPad steuern. Wer jedoch von unterwegs steuern möchte, benötigt eine HomeKit Zentrale, die alle Befehle über das Internet empfängt, anschließend in Bluetooth LE-Signale umwandelt und dann an das entsprechende Gerät versendet. Bluetooth LE eignet sich zudem optimal für vernetzte Türschlösser. Erkennt ein Smart Lock das Handy eines Bewohners, kann es die Tür automatisch öffnen.

EnOcean

Als besonders flexibel gilt der EnOcean-Standard. Denn alle enOcean Sensoren, Schalter und Co. verzichten auf Kabel und Batterien. Stattdessen arbeiten sie energieautark. Den Strom für das Senden eines Signals beziehen sie etwa durch den Fingerdruck auf den Schalter oder über Solarzellen. Dadurch entfällt sowohl aufwendige Verkabelung als auch regelmäßiger Batteriewechsel. Mit rund 40 Metern Reichweite eignet sich EnOcean optimal für die lokale Vernetzung des eigenen Zuhauses.

HomeMatic

HomeMatic gehört zu den geschlossenen Smart Home Standards. Das gleichnamige Komplettsystem der eQ-3 AG funkt über 868 MHz und kann nur herstellereigene Geräte verwalten. Das Repertoire umfasst alle wichtigen Bereiche der Hausautomatisierung, darunter Heizung, Beleuchtung, Rollläden, Sicherheit, Smart Metering und Taster. Wer allerdings herstellerfremde Komponenten einsetzen möchte, muss diese separat betreiben und kann sie nicht mit HomeMatic verbinden.

KNX

Im Gegensatz zu den meisten anderen Smart Home Standards gehört KNX inzwischen zu den ältesten. Bereits zu Beginn der 1990er konnte Gebäudetechnik über das Bus-System vernetzt werden. Auch heutzutage erfreuen sich KNX-Anlagen großer Beliebtheit, denn über 400 Hersteller liefern insgesamt über 7.000 zertifizierte Produkte an. KNX Signale lassen sich dabei sowohl über spezielles KNX-Kabel als auch Ethernet-Kabel, Stromleitungen und auch über Funk versenden. Wer sich für KNX interessiert, sollte sich eingehend mit der Thematik auseinandersetzen und das eigene Vorhaben gründlich planen oder planen lassen. Die Mühen lohnen sich allerdings, denn im Alltag eines KNX Smart Homes machen sich die Vorteile einer maßgeschneiderten Lösung am stärksten bemerkbar.

Lemonbeat

Ganz neu unter den Smart Home Standards ist Lemonbeat bzw. in voller Länge Lemonbeat smart Device Language (LsDL). Das von Innogy entwickelte Funkprotokoll setzt auf IPv6 und verzichtet vollständig auf Gateways. Das bedeutet: Alle Geräte verständigen sich direkt miteinander. Das Schaltsignal eines Tasters gelangt ohne Umweg direkt zur Lampe. Bei den meisten anderen Konfigurationen wird der Befehl zunächst zu einer Zentrale geschickt, die das Signal zunächst verarbeitet und dann an die Lampe weiterleitet. Dadurch bleibt die Smart Home Installation schlank, effizient und weniger störungsanfällig. Denn bei Ausfall einer Zentrale sind oft auch alle angeschlossenen Smart Home Geräte nicht mehr betriebsbereit.

WiFi

Computer, Smartphones und Tablets sind ohne WiFi nicht mehr vorstellbar. Das beliebte Funkprotokoll hat sich inzwischen auch unter den Smart Home Standards einen der vorderen Plätze gesichert. Besonders für Einsteiger ist die Einrichtung denkbar simpel und einfach. So setzen immer mehr Smart Home Hersteller auf WiFi, um ihre Lösungen zu vernetzen. Dank hoher Bandbreiten eignet sich WiFi zudem auch zur Übertragung von hochauflösenden Videostreams von smarten Sicherheits-Cams. Ein weiterer Vorteil ist die Fernsteuerung. Denn WiFi-Geräte benötigen oft kein separates Gateway, das sich über das Internet steuern lässt. Stattdessen können WiFi-Geräte auch direkt von unterwegs aus angesprochen werden.

ZigBee

Häufig wird ZigBee mit dem Zusatz LightLink im Beleuchtungsbereich verwendet. Zu den prominentesten Herstellern zählen Philips, Ikea und Osram. ZigBee Schaltsignale lassen sich auf bis zu 100 Metern beinahe latenzfrei versenden. Das lässt sich zum Beispiel gut bei Philips Hue Sync erkennen. ZigBee kann aber auch viele weitere Smart Home Geräte miteinander vernetzen, bei denen es nicht auf Bandbreite ankommt. Dazu gehören etwa Zwischenstecker, Heizkörperthermostate, Sensoren und Smart Locks.

Z-Wave

Weit verbreitet auf dem Smart Home Markt ist auch Z-Wave. Schon 2001 wurde das Funkprotokoll entwickelt und unterstützt aktuell bereits mehr als 2.400 unterschiedliche Produkte. Deutsche Anwender sollten allerdings darauf achten, nur CEPT Z-Wave Geräte einzusetzen. Denn Z-Wave Geräte aus unterschiedlichen Territorien sind aufgrund unterschiedlicher Frequenzen leider nicht miteinander kompatibel. So lassen sich hierzulande zum Beispiel keine Z-Wave Produkte für den US-Markt mit den europäischen Z-Wave Produkten vernetzen. Trotzdem bleibt die Auswahl groß, sodass für alle gängigen Smart Home Szenarien auch ein passendes Z-Wave Gerät zur Verfügung steht.

Funkstandard Typ Reichweite
Bluetooth LE Funk 16 Meter
enOcean Funk 30 Meter
HomeMatic Funk 40 Meter
KNX Kabel, Funk 20 Meter
LCN Strom 30 Meter
LORA Funk 15.000 Meter
NB-IoT Funk 35.000 Meter
SigFox Funk 50.000 Meter
WLAN Funk 50 Meter
ZigBee Funk 10-75 Meter
Z-Wave Funk 40 Meter

Welcher ist der richtige unter den Smart Home Standards?

Gerade als Einsteiger fällt die Entscheidung für einen Standard meist schwer. Die gute Nachricht: Niemand muss sich endgültig auf ein einziges Protokoll festlegen. Denn Smart Home Standards können jeweils nicht alle Zwecke erfüllen. Bewegungssensoren müssen beispielsweise blitzschnell reagieren, aber nur ein kleines Signal versenden. Dafür eignet sich etwa ZigBee hervorragend. Die vernetzte Kamera hingegen benötigt viel Bandbreite, um den HD-Stream ruckelfrei übertragen zu können. Deshalb stellt sich häufig eine weitere Frage: Wie kann ich Geräte mit unterschiedlichen Smart Home Standards trotzdem zu einem einzigen System vernetzen? Hier bietet sich eine Smart Home App an, die alle relevanten Systeme miteinander verbinden kann. Smart Home Standards spielen dann nur noch eine untergeordnete Rolle. Stattdessen geht es dank nahtloser Integration um das, was dich als Nutzer wirklich interessiert – nämlich dass all deine Smart Home Geräte genau so zusammenarbeiten, wie du es dir vorstellst.

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